25 Jahre Lahnsteiner Gespräche – Ziele des Projektes „GeMoLaR“ vorgestellt

Anlässlich der 25. Lahnsteiner Gespräche hatte der Initiator und Moderator des Formats „Lahnsteiner Gespräche“ Klemens Breitenbach auch in diesem Jahr wieder in den Mehrzweckraum der TVN-Halle in Lahnstein geladen. Nach dem coronabedingten zweimaligen Ausfall in den Jahren 2020 und 2021 konnte das „silberne Jubiläum“ in diesem Jahr damit endlich nachgeholt werden.

Seit 1995 lädt Klemens Breitenbach zurzeit als Präsident des Bezirks-Sportfischerverbandes (BSV) Koblenz und als Vorsitzender des Angler-Clubs Niederlahnstein (ACN) ein und bietet damit seit 25 Jahren Gelegenheit, Fragen der Fischerei sowie des Natur- und Umweltschutzes mit politischen Mandatsträgern aller Ebenen, Vertretern der örtlichen und überörtlichen Verwaltungen und Vertretern der Lahnsteiner Fischereivereine in offener Runde zu diskutieren.

Als Referentin konnte in diesem Jahr Frau Dr. Anne Schrimpf, Fish and Freshwater Ecology, vom Institute for Environmental Sciences der Universität Koblenz-Landau gewonnen werden, die über das Thema: „Genetisches Monitoring zur Wiederansiedlung des Atlantischen Lachses im Rhein“ (GeMoLaR) referierte. Der Lachs ist eine charakteristische und ikonische Fischart in vielen großen, europäischen Flusssystemen. Auf Grund seines anadromen Wanderverhaltens und seiner hohen Habitatansprüche ist er eine ausgezeichnete Indikatorart für vitale, ökologisch gut vernetzte Gewässerlandschaften. Er eignet sich daher besonders als „Umbrella“-Art, von deren Schutz(-Schirm) viele weitere Tierarten profitieren. 

Auf Grund von u.a. Wanderhindernissen (Wehren), schlechter Wasserqualität und Überfischung galt der Lachs im Rhein in den 1950er Jahren als ausgestorben. Seit den 80er Jahren wird der Lachs mit Hilfe von Zuchtprogrammen wieder besetzt. Heute beteiligen sich sechs Zuchten am Zuchtprogramm des Lachses für das deutsche Rheineinzugsgebiet und über 1 Mio. Besatzfische werden jährlich in zahlreichen Maßnahmen in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg besetzt. Nach anfänglichen Erfolgen, nimmt die Anzahl der Rückkehrer aus dem Meer in den letzten Jahren wieder ab. Der Lachs kann noch keine selbst reproduzierende Population im Rhein bilden und ist weiterhin auf Besatzprogramme angewiesen. 

Das Ziel des Projektes „GeMoLaR“ ist die Evaluierung und Optimierung der Wiederansiedlungsmaßnahmen des Atlantischen Lachses im gesamten deutschen Rhein-System. Hierzu wird erstmals ein großflächiges genetisches Monitoring der Wiederansiedlung durchgeführt. Das Projekt wird von 10 Projektpartnern in den vier Bundesländern unterstützt.

Durch die genetische Analyse aller Elterntiere und weiterer im Rhein geprobter Tiere, konnten bereits spannende Fragen beantwortet werden. Beispielsweise konnte durch die genetische Analyse von Lachsen, die bei Kontrollbefischungen beprobt wurden, festgestellt werden, wie viele Lachse aus einer Besatzmaßnahme stammten und wie viele aus natürlicher Reproduktion stammen. Auch die Rückkehrer, die in den Kontroll- und Fangstationen in der Sieg oder in Iffezheim geprobt werden, können ihrer genetischen Herkunft zugeordnet werden. Diese und weitere Ergebnisse geben Rückschlüsse über die Erfolge der Besatzmaßnahmen.         

Der äußerst informative Vortrag ließ erkennen, welche Faszination von der Fischart Lachs ausgeht und führte sowohl zu einem regen Austausch als auch zu einer lebhaften Diskussion über mögliche Maßnahmen.             

Alle Teilnehmer der Runde waren sich nach dem höchst interessanten Einführungsreferat und dem sich anschließenden Informationsaustausch einig, dass die Erhaltung. Verbesserung und Herstellung der linearen Durchgängigkeit unserer Gewässer gerade für so ausgeprägte Wanderfische wie den Lachs weiterhin eine große Herausforderung für alle Bereiche bleibt.

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